Gewitter im Kopf

Gewitter im Kopf - Migräne

Heute schreibe ich über ein persönliches Thema, das aber sicherlich auch einige von Euch betrifft. Seit dem 18. Lebensjahr leide ich unter starker Migräne, die mich oft mehrfach in der Woche grausam zumeist schon Nachts im Schlaf heimtückisch überfällt. Kurz nur für die Menschen, die Migräne zum Glück nicht kennen: Es ist ein undenkbar starker Schmerz, der uns Migräniker in die Knie zwingt, der uns lähmt und der uns bestimmt. Hier hilft keine Entspannung, keine Kühlung und kein Aspirin.

 Ich hatte Punkte in meinem Leben, wo es mir wirklich egal war, ob ich an einer Tablettenüberdosis sterbe, denn wenn man solche Schmerzen hat, möchte man einfach nur eins: dass es vorbei geht. Hat man die Attacke überstanden, fühlt man sich als hätte man gerade eine schwere Grippe durchgemacht. Der ganze Körper schmerzt und man ist einfach nur total erschöpft.

 

Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich die Migräne nicht als meinen Feind sehen darf und dass ich sie wo sie ja eh da ist als Teil meines Lebens sehen darf. Migräne bringt viel Leid - auf der anderen Seite erinnert sie mich daran, dass meine sensiblen Antennen einfach wieder zu viel abbekommen haben, dass zu viel auf mich eingeprasselt ist, dass ich mir mehr Ruhepausen gönnen darf und dass ich auch mal Nein sagen darf und dass ich nicht immer funktionieren muss.

 

Migräne lehrt mich, dass nicht immer alles perfekt sein muss. Denn Perfektionismus mag sie gar nicht. Migräne lehrt mich, mich gesund zu ernähren – nicht zu viel Zucker zu mir zu nehmen, keine Fertiggerichte und meinen Koffeinkonsum zu reduzieren. Sie lehrt mich, darauf zu achten, ausreichend Schlaf zu haben und einen regelmäßigen Schlaf-Wach Rhythmus. Migräne ist mein großer Aufpasser und greift zu rabiaten Mitteln, wenn ich nicht auf die Hinweise achte. Dann verpasst sie mir tagelange Attacken, die mich zermürben und mir das Gefühl geben, dass sie mich beherrscht.

 

Der Schmerz ist Teil meines Lebens. Ich verstehe die Botschaften und nehme sie an.

 

Jeder wird von seinem Körper darauf aufmerksam gemacht, was Körper und Seele gut tut und was Ihnen nicht gut tut. Seid dankbar für die Zeichen auch wenn sie schmerzvoll sein können.

 

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