Von der Angst ins Vertrauen

Der eine oder andere von Euch kennt es vielleicht. Quälende Angst- und Panikattacken, die einen scheinbar aus dem Nichts überfallen. Die Gründe hierfür können vielfältig sein - z.B. Situationen, die wir aus früheren Leben kennen, ähnliche Situationen aus der Vergangenheit, zu viel Stress oder eine Unfähigkeit, zu viele Reize verarbeiten zu können. Diese Angst beeinflusst unser Denken und unser Handeln und nimmt uns ein. Wir fühlen die Angst körperlich durch Schweißausbrüche, Schwindel, Übelkeit, Zittern. Im Kopf machen sich die wildesten Phantasien breit, die jeglicher Realität entbehren.

Bild von mskathrynne auf Pixabay

Meine persönliche Angst ging so weit, dass ich nicht mehr in der Lage war, Bahn zu fahren, Panikattacken im Auto bekam und dass ich so starke körperliche Symptome hatte, dass ich dachte, ich muss sterben. Meine schimmste Attacke bekam ich am Flughafen. Ich wusste, dass ich einen fast 24 stündigen Flug von Honululu nach Köln vor mir habe und war gestresst, emotional sehr unter Druck und es plagte mich eine schlimme Migräneattacke. Ich bekam keine Luft mehr und mir wurde schwindelig. Am Ende wurde ich mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht und konnte den Flieger nicht nehmen. Die Diagnose lautete: Panikattacke. Nur unter starken Beruhigungsmitteln konnte ich am nächsten Tag den Flieger nach Hause nehmen.

Ich war aber letzten Endes froh über die sehr ehrliche Diagnose und beschloss, dass die Angst mich nicht länger beherrschen darf denn ich liebe das Reisen. Ich lernte, dass ich in Situationen, in denen es mir emotional nicht gut geht und ich zudem noch Stress habe, mit solchen Panikattacken reagierte. Ich fing an meinem Körper mehr Ruhepausen zu gönnen und mich zurück zu ziehen, wenn es mir nicht gut ging. Ich schaute mir angstmachende Situationen aus der Vergangenheit aus der Vogelperspektive an und verstand, dass all das Vergangenheit ist und nicht die jetztige Realität. Ich lernte, dass Angst oft unbegründet ist und je mehr Dinge ich tat (zum Beispiel Bahn oder Auto fahren) obwohl es mich viel Überwindung kostete, umso mehr stellte ich fest: Es passiert gar nichts Schlimmes. Und auch wenn mich dennoch eine Panik ereilte - offensichtlich bin ich nicht gestorben. Sich der Angst zu stellen ist ein mutiger aber zugleich sehr befreiender Schritt. Nur so kann unser Gehirn  lernen, dass die eine oder andere Situationen absolut nichts Gefährliches bedeutet und es keinen Grund gibt, dem Körper den Befehl zu geben, Alarm zu schlagen.

Manchmal tritt Angst auch in Situationen auf, die einfach nur schlimmen Erfahrungen aus der Vergangenheit ähneln. Das Gehirn hat sich hier einfach "Gefahr" abgespeichert. Tatsächlich ist es aber so, dass wir jede Situation im Hier und Jetzt ganz neu bewerten dürfen und hier auch neue Erfahrungen machen dürfen, die wir positiv abspeichern zu können.

Kümmert Euch gut um Euch, gönnt Euch ausreichend Ruhepausen, zieht Euch zurück, wenn zu viel auf Euch einprasselt. Sorgt für ausreichend Schlaf, achtet auf Eure Ernähung, verzichtet auf Genussmittel, Drogen und auf alles, was Euch künstlich wach macht. Eine gute Methode, Euren Geist zur Ruhe zu bringen, ist es zu meditieren. Wenn sich dann erst einmal das Gedankenkarussel munter weiter dreht, gebt nicht gleich auf. Stellt Euch vor, die Gedanken würden einfach als Worte auf einem Webebanner eines Flugzeugs vor Euren Augen vorbei fliegen. Schaut sie Euch einfach nur an, ohne sie zu bewerten. Wenn meditieren im eigentlichen Sinn nicht "Euer Ding" ist, beschäftigt Euch kreativ mit malen, nähen, basteln o.ä. oder geht raus in die Natur und nehmt bewusst die Natur wahr. Auch das ist eine Art der Meditation. Hierdurch kommt ihr wieder ins Hier und Jetzt. Macht Euch bewusst, dass unbegründete Angst niemals entsteht, wenn ihr im Hier und Jetzt seid, sondern nur durch Zukunftsdenken - also den Gedanken daran, was passieren könnte.

Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay 

Ich möchte Euch allen die ihr unter Angst und Panik leidet, Mut machen, dass ihr Angst nicht ohnmächtig hinnehmen müsst. Seid mutig denn ihr alleine könnte die Angst besiegen. Lasst Euch dabei durch einen guten, einfühlsamen Therapeuten unterstützen und sprecht mit Euren engsten Vertrauten, die Euch auf Eurem Weg in die Freiheit begleiten können.

Ich wünsche Euch Vertrauen, Zuversicht und Freiheit.

Alles Liebe

Nina

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Susanne (Dienstag, 21 April 2020 05:22)

    Liebe Nina!
    Was für ein schöner, Mut machender und aufklärender Text! Danke für diesen tollen Beitrag! LG Susanne